SOLUTE-Geschäftsklimaindex-Befragung – Ergebnisse 2020 besser als erwartet und 2021 sogar Portfolioausbau denkbar

Als Personal- und Organisationsberatung in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt sich SOLUTE auch mit Trends und Veränderungen im Healthcare-Markt. So wurden bereits im Spätsommer 2020 die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Lage der Kliniken in Deutschland auf Basis einer Online-Umfrage unter Klinik-Verantwortlichen analysiert (hier nachzulesen).

Die jüngste Folge-Befragung unter rund 370 Vorständen, Geschäftsführern, kaufmännischen Direktoren und Klinikmanagern von Akut-, Fach- und Rehakliniken im Februar 2021 sollte nun erneut Auskunft geben über die wirtschaftliche Lage deutscher Kliniken in der Pandemie-Situation. Ebenso wurden die (personelle) Auslastung, das Thema Digitalisierung und die Zukunftsaussichten der Klinikbranche im Rundumblick betrachtet.

Die Ergebnisse zeigen: Die wirtschaftlichen Ergebnisse sind dank Staatshilfen besser als erwartet. Corona hält aber weiterhin Patienten fern, jedoch setzen sich die sehr drastischen Einbrüche aus Teilen des letzten Jahres nicht fort. Auch das Elektivgeschäft befindet sich nicht mehr im Freiflug und es werden sogar Marktchancen zur Portfolioerweiterung gesehen. Die gesamte Studie, deren Kernergebnisse im Folgenden dargestellt werden, ist bei Interesse hier nachzulesen.

 

Wirtschaft & Finanzen

  • Realität dank Staatshilfen besser als erwartet: 25% der Teilnehmer gingen vor Corona von einem negativen Jahresergebnis aus, in der Realität schlossen im Jahr 2020 letztlich nur 8% negativ ab.
  • Erwartungsbild zweigeteilt: 50 % der Teilnehmer erwarten ein positives, 50 % ein negatives Jahresergebnis für 2021.
  • Prognose weiterhin eher pessimistisch: 42 % erwarten 2021 ein sehr viel negativeres Jahresergebnis, 50 % gehen von einem ähnlichen Jahresergebnis wie 2020 aus.

Versorgungs- & Belegungssituation

  • Corona hält weiterhin Patienten fern: Alle Teilnehmer berichten noch immer von einer schlechteren Auslastung. Die sehr drastischen Einbrüche aus Teilen des letzten Jahres setzen sich jedoch nicht fort.
  • Elektivgeschäft nicht mehr im Freiflug: Im Vergleich zur Befragung im Spätsommer 2020, in der ein Drittel sehr drastische Einbrüche im Elektivgeschäft verzeichnete, erwarten 25 % inzwischen sogar elektive Leistungszahlen fast auf Vor-Krisen-Niveau.
  • Hohe ITS-Auslastung: Fast alle Teilnehmer (83 %) berichten von zeitweise vollständigen Auslastungen der Intensivkapazitäten. Bei einem Viertel war sogar für 3 Monate oder länger kein Bett mehr frei.
  • Corona macht sich in Kliniken bemerkbar: 50 % der Teilnehmer hatten aufgrund von erkranktem oder isoliertem Personal Engpässe.

Digitalisierung & Zukunft

  • Digitalisierung weiter im Fokus: 83% der Kliniken planen 2021 weitere Digitalisierungsmaßnahmen vor allem in den Bereichen elektronische Patientenakte und Krankenhausverwaltung.
  • Remote work weiter verankert: Alle Teilnehmer wollen Remote-Arbeit ganz oder zumindest in Teilen fortführen, 58 % sogar wie gehabt. In der Befragung im Spätsommer 2020 waren es dagegen noch 41 %.
  • Leicht verbesserte Chancen für Portfolioentwicklung: 42 % der Teilnehmer sehen inzwischen Möglichkeiten zur Eröffnung neuer Leistungsfelder, weitere 8 % halten dies aktuell sogar für leichter als vor Corona. In der Befragung im Spätsommer 2020 wurde dies noch von 70 % als kaum bis unmöglich eingeschätzt.
  • Marktkonsolidierung so gut wie sicher: Alle Teilnehmer rechnen weiterhin mit einer Bereinigung, 80 % mit einer starken bis sehr starken. In der Befragung vom Spätsommer 2020 gingen noch weniger als die Hälfte von einer solch intensiven Konsolidierung aus.

 

Florian Winkler (Senior Projektleiter, Geschäftsführer) &
Christina Krey (Senior Projektleiterin, Mitglied der Geschäftsleitung)

 

Bild: Canva bei freedomz