Führung steckt an – innovatives Simulationsformat für Krankenhausentscheider

Führen kann man nicht lernen? Von wegen. An zweieinhalb Tagen vom 8. bis 10. Februar trafen sich 18 Persönlichkeiten der Krankenhauswelt zu einer Führungssimulation der etwas anderen Art. Weit angereist aus dem Schwarzwald, aus Hessen und Bayern, aber auch aus Berlin-Brandenburger Krankenhäusern fanden sich Chefärzte, Klinikgeschäftsführer, OP-Leitungen, Pflegedirektoren und Personalleiter auf Einladung von SOLUTE zum Krankenhaus am offenen Herzen in den Räumlichkeiten der Berliner Health-Care-Beratung zusammen.

 

Unter Leitung der beiden erfahrenen Krankenhaus-Trainerinnen Dr. Bettina Hailer und Anna Eisenschink, beide vormals in Vorstandspositionen an Universitätsklinken, wurde in vier Simulationsrunden gelernt, gelacht, geschauspielert, gefachsimpelt und vor allem gefühlt: welche Themen, Problemstellungen und Interessen auf die Führungskraft niederprasseln, wenn sie als zuständiger Leiter der Materialwirtschaft mit einem handfesten Virusausbruch im Haus zu kämpfen hat. Als ob das nicht ausreicht, sitzt zeitgleich auch die zuständige Hygienefachkraft mit Burn-out-Tendenzen und Weinkrampf im entscheidenden Meeting. Und erschwerenderweise übernimmt in der Simulation ein Chefarzt diese Rolle, steht diesen Herausforderungen also völlig fachfremd gegenüber und hat zudem mit überforderten, quertreibenden oder phlegmatischen Mitarbeitern, Stör-Attacken von außen und Druck von anderen Abteilungen zu kämpfen.

Das ist das Lern-Konzept vom Krankenhaus am offenen Herzen, einem fiktiven kommunalen 500-Betten-Haus der Zentralversorgung und seiner kleinen Fusionsklinik, dem Krankenhaus Hinterstein, das die beiden Trainerinnen Hailer und Eisenschink liebevoll und mit Auge fürs Detail erdacht und zum Leben erweckt haben. Adaptiert von einem existierenden Simulations-Format der CORMENS GmbH für Führungskräfte anderer Branchen, das eine Brauerei zum Simulationsort hat, wurde dieses Konzept auf Basis realer Vorkommnisse aus dem Erfahrungsschatz von Hailer und Eisenschink für die Krankenhauslandschaft erschaffen.

Gutes Essen und Wein bei gemeinsamen Mittag- und Abendessen rundeten die zweieinhalb Tage des gemeinsamen Lernens und Erlebens ab. Und am Ende waren sich alle einig, dass Führung weniger mit Fachlichkeit und vielmehr mit Einfühlungsvermögen, Moderationsmethodik und erfolgreicher Gesprächsführung zu tun hat. Gute Führung kann also doch erlernbar und ansteckend sein.