Smart Hospital und Co: Steuerung per Knopfdruck

Das Gesundheitswesen: Es digitalisiert einfach nicht?

Deutschlands Gesundheitswesen digitalisiert nicht? Dies stimmt nur zum Teil – zumindest, wenn man sich die Innovationen im Medizinbereich ansieht. Zugegeben, Deutschland hinkt hinterher, was die Digitalisierung angeht. Aber von Künstlicher Intelligenz im Operationssaal oder bei der Auswertung sensorisch gesammelter Daten über das Smart Hospital, in dem alle IT-Systeme zugunsten kürzerer Versorgungsketten miteinander vernetzt sind, bis hin zu Prävention durch Wearables und smarte Kleidung – es gibt die Medizin 4.0 auch hierzulande und die Tech-Medizinbranche ist durchaus aktiv. Einzig die allgemeine bundeseinheitliche Umsetzung im Infrastrukturbereich stockt. Warum? Deutschland diskutiert noch… Dabei kam eine aktuelle Studie von McKinsey & Company* zum Ergebnis, dass 70 Prozent des erreichten Nutzens bei den Leistungserbringern, also vor allem bei Ärzten und Krankenhäusern, entstehen und nur 30 Prozent bei den Akteuren des Systems, allen voran den Krankenkassen, anfallen. Dies entkräftet das alte Gegenargument vieler Leistungserbringer, dass sie durch digitale Technologien nur zusätzliche Arbeit hätten und nicht davon profitieren würden. Und es gibt noch einen entscheidenden Vorteil: Die digitale Entwicklung kann etwas schaffen, was das gesamte Gesundheitssystem bisher nicht geschafft hat – nämlich die Integration der ambulanten und der stationären Welt. Integrierte Versorgung kann so Realität werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Politik den benötigten Handlungs- und Finanzierungsrahmen schafft, um den Informationsaustausch zwischen Ärzten, Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu verbessern, Dokumentation und Abrechnung zu vereinfachen sowie Planung und Qualitätsmanagement effizienter zu gestalten.

Wir bei SOLUTE unterstützen unsere Mandanten mit der Besetzung von Schlüsselpositionen im IT-Umfeld auch bei der Digitalisierung. Auch die Beobachtung der branchenfremden Märkte Telekommunikation und Technik sehen wir als wichtigen Teil an, um unsere Mandanten mit dem bestmöglichen Wissen und den Lehren der Vergangenheit zur Seite zu stehen. Und das lohnt sich für alle Beteiligten. Denn nichts zu tun und das Digitalisierungs-Potenzial des Gesundheitswesens damit anderen Akteuren zu überlassen kann keine Option sein.

 

Franziska Bohnhardt, Senior Research Consultant

 

*von McKinsey, N. S.: Digitalisierung im Gesundheitswesen: die 34 MilliardenEuroChance für Deutschland

Beitragsbild: Rainer Sturm_pixelio.de